Wunschlos glücklich sein

Wunschlos glücklich zu sein ist wohl ein Zustand, den sich die meisten von uns wünschen. Es gibt auch Menschen, die das von sich behaupten, weil sie meinen, sie haben bereits alles erreicht, was sie sich vorgestellt haben. Ein tollen Job mit übermäßigem Einkommen, ein großen Haus in ruhiger Lage, ein Auto mit dem man sich sehen lassen kann, eine Familie, die einen liebt, u.s.w. Doch wie viel diese Menschen auch haben, sind sie wirklich wunschlos glücklich?...

Wenn du in den Zustand von wunschlosen Glück eintreten willst, musst dir zunächst mal klar werden, wie Wünsche überhaupt entstehen? Wünsche treten immer aus dem identifizierten Ich hervor, da das Ich sich als getrenntes Wesen von allen anderen Ich’s betrachtet und somit bewusst oder unbewusst vergleicht, was die anderen Ich’s haben, das ich nicht habe. Und aus diesem scheinbar erkannten Mangel des getrennten Ich’s kommen dann Wünsche hoch. Auch wenn es vielleicht keinen materiellen Wünsche sind, dann sind es vielleicht inmaterielle Wünsche, wie z.B. der Wunsch nach Anerkennung, geliebt zu werden, endlich erleuchtet zu werden, oder was auch immer. Doch egal welcher Wunsch sich wie zeigt, er kommt doch immer aus dem getrennten Ich heraus. Nun ist natürlich auch der Schluss richtig, dass je mehr Wünsche du hast, desto stärker bist du noch in deinem getrennten ICH verhaftet. Doch verzweifle nicht, wenn das für dich zutrifft, denn die meisten Menschen sind das noch und du hast ja in jedem Augenblick die Möglichkeit dein Leben anderes zu leben.

Wenn du also in den Zustand eines wunschlosen Glücks eintreten möchtest, musst du dir zunächst die Frage stellen: „Bin ICH wirklich dieses getrennte Ich, wofür ich mich ein Leben lang gehalten habe und das mir von Kind auf „eingebläut“ wurde?“ Denn das getrennte Ich kann die Dinge, die uns im Leben begegnen nicht unmittelbar und direkt erfahren, da der Verstand dieses getrennten Ichs auf jede unmittelbare Erfahrung sofort ein gedankliches Etikett daran heftet, wie z.B. „meine“ Frau, „großes“ Auto, „liebes“ Kind, „komisches“ Haus, „belastende“ Situation, „erfolgreiches“ Ereignis, u.s.w.. Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen, da unser Verstand unentwegt dabei ist, Erlebtes zu „etikettieren“. Wenn du nun erkennen kannst, dass das so ist, versuch doch mal diesen Vorgang deines Verstandes zu beobachten. Wo immer du gerade bist, schau dich mal in deiner Umgebung um: Was kannst du unmittelbar sehen, hören, riechen, u.s.w.. Du nimmst vielleicht ein Handy wahr und bevor du dich versiehst, ist es auch schon „dein“ Handy. Oder vielleicht kannst du einen Duft wahrnehmen und sofort wird dieser Duft zu einem „angenehmen“ oder „unangenehmen“ Duft.

Und durch diese Etikettierung des Erlebten durch unseren Verstand wird alles sofort in richtig und falsch, oder gut und schlecht, oder will ich oder will ich nicht haben, eingeteilt. Durch diese Bewertung entsteht dann unvermeidbar der Wunsch etwas zu erreichen oder weg haben zu wollen.

Doch DU bist nicht deine Gedanken, denn wenn das so wäre könntest du deine Gedanken ja auch kontrollieren, könntest bestimmen was du denkst und was du nicht denkst. Doch darüber haben wir keinerlei Kontrolle, Gedanken kommen einfach. Sie docken bei uns an, je nachdem welche Muster in uns wohnen, ob wir diese Gedanken nun wollen oder nicht. Denn würden wir unsere Gedanken kontrollieren können, würde doch kein Mensch auf die Idee kommen, sich „schlechte“ Gedanken zu holen, die ihn runter ziehen.

Wenn du nun erkennen kannst, dass du nicht deine Gedanken bist und auch nicht die Gefühle, die durch diese Gedanken hervorgerufen werden, dann bist du schon einen großen Schritt weiter zum wunschlosen Glück. Wenn du in weiterer Folge nämlich für dich erkennen kannst, dass es dieses gedankliche ICH gar nicht bzw. nur in deiner Vorstellung gibt, dann kannst du die Geschichte über „dein Ich“ auch fallen lassen. Dann gibt es da einfach nur eine Wesenheit, durch die sich das LEBEN ausdrückt. Und das LEBEN meint es immer gut mit uns, wenn wir uns nur nicht mit unseren ichidentifizierten Gedanken immer einmischen und uns dadurch gegen das LEBEN stellen würden.

Erkenne also durch die Beobachtung der gedanklichen Etikettierung, dass da einfach nur der Verstand mit seinen selbstgebastelten Gedanken das Erlebte bewertet wo es nichts zu bewerten gibt! Und mit dem Erkennen, dass du nicht deine Gedanken bist, kannst du dich auch leichter von deinem vorgestellten ICH lösen. Und im ungetrennten ICH, wenn du dann erkennen kannst, dass du immer selbst Teil des Erlebens bist, dass da nicht das LEBEN und DU bist, sondern dass das alles dasselbe ist, kannst  du in die Wunschlosigkeit eintreten, da es in diesem Zustand nichts mehr zu wünschen gibt, da DU und das LEBEN eins ist, das bereits alles in sich trägt.

Viel Spass bei deinen Beobachtungen und Erkenntnissen.

 

Namaste

Anutosho

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