Das Abenteuer des Geschehenlassens

Meist sind wir damit beschäftigt unseren Alltag zu planen. Das beginnt schon am Morgen, dass man mit dem Wecker aufsteht, dann planmäßig zum Frühstück, dann zur Bahn oder mit dem Auto zur Arbeit, dort ist auch der ganze Tag mit Terminen verplant, sodass man eigentlich schon am Vortag sagen könnte, wie der nächste Tag ablaufen wird. So leben wir eine Daseinsweise des geplanten Handeln und Tuns. Das dabei nichts Aufregendes passiert scheint fast schon klar zu sein, denn die einzige Überraschung, die uns dabei widerfahren kann ist wenn etwas unseren Plan durchkreuzt....

In dieser Daseinsweise sind wir jedoch mehr Maschine als Mensch. Wir meinen dann sogar noch, wir haben das Leben im Griff. Doch in Wirklichkeit geht das LEBEN an uns vorbei. Und zwar deshalb, weil wir mit jedem Plan gegen das LEBEN leben. Denn das LEBEN gestaltet sich von ganz alleine zu unserem Besten, wenn wir es nur lassen. Doch dafür ist eine Daseinsweise des Geschehenlassens notwendig. Das bedeutet eben nicht auf Punkt und Beistrich vorauszuplanen.

Es ist natürlich schon klar, dass wir uns in der Gesellschaft nach bestimmten Regeln richten müssen, wenn wir zum Beispiel einer geregelten Arbeit nachgehen, ist es eben die Regel zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Aber planen wir nicht mehr als eigentlich notwendig ist? Oft planen wir einen kommenden Termin so im Detail, dass wir dem LEBEN jeden Spielraum nehmen. Und das ist wörtlich gemeint, wir nehmen dem SPIEL des Lebens den RAUM, den Raum sich zu entfalten. Tun wir das nämlich nicht und lassen den kommenden Termin einfach auf uns zukommen, und schaffen es dann während des Termins auch noch wertfrei offen zu sein für das was kommt, würdest du oft überrascht sein, was sich so alles entwickeln (oder besser gesagt entfalten) kann. Dinge, die du nie voraus planen hättest können.

Wenn es dir gelingt solch eine Daseinsweise zu leben, wirst du erstaunt sein, wie unkompliziert das Leben doch ist und wie zufrieden du mit der Zeit wirst.

Doch wir sind von klein an dazu erzogen worden, wie Maschinen zu leben, sodass es uns heute meist schwer fällt in die Daseinsweise des Geschehenlassens zurück zu finden, denn eigentlich ist das unsere natürliche Daseinsweise.  Doch wenn du Angst davor hast ins „kalte Wasser“ zu springen, dass übrigens nur in deiner Vorstellung kalt ist, dann kannst du dich ja schrittweise an diese Daseinsweise heran nähern, indem du es zunächst mit kleinen, unbedeutenden Dingen versuchst, und dabei die Erfahrung machen kannst, welche Abenteuer im Geschehenlassen stecken.

So kannst du zum Beispiel am Wochenende mal ohne Uhr, ohne Handy einfach losziehen um zu sehen, was das LEBEN für dich so bereit hält. Sei dabei ganz offen, ohne jede Vorstellung und voller Neugier wie ein Kind. Lass dich treiben. Steig in einen Zug und folge deinen Impulsen. Steig aus, wenn du den Impuls verspürst und geh mit geschärften Sinnen drauf los. Hab Vertrauen ins Leben, sprich einfach wildfremde Leute an, bei denen du ein gutes Gefühl hast, wenn du z.B wieder auf einen Bus wartest, oder irgendwo in der Warteschlange stehst, oder auch wenn du auf einer Parkbank sitzt.

Solche Experimente helfen dir Vertrauen in die Daseinsweise des Geschehenlassens zu bekommen, und so kannst du mehr und mehr diese Daseinsweise in DEIN Leben übernehmen. Bis schlussendlich nicht du das Leben im Griff hast, sondern das Leben dich, erst dann bist du frei und in der Lage tiefen inneren Frieden zu erfahren. Dann bist du frei von Ver- und Beurteilungen. Erst dann hat der Ausspruch „Das Leben in vollen Zügen genießen“ seine wahre Bedeutung gefunden.

Ich möchte dich ermutigen das Abenteuer des Geschehenlassens auszuprobieren und in weiter Folge auszukosten. Du wirst es mit Sicherheit nicht bereuen.

 

Namaste

Anutosho

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