Die Arroganz des ICHs

Es ist oft so, dass wir uns wegen irgendeiner Begebenheit in der Vergangenheit grämen. Dann tauchen zwangsläufig schlechte oder traurige Gefühle auf, die uns dann laufend den Tag versauen. Wir sind dann schlagartig durch unsere Gefühle in dieser vergangenen Begebenheit, so als ob es gerade jetzt passieren würde. Das ist weder hilfreich noch zielführend, aber warum ist das so. Das liegt in der Arroganz unseres Ichs.

Das Ich meint immer es besser zu wissen als das Leben. Wir beten uns dann innerlich vor: „So hätte das nicht sein dürfen. Das hätte anderes passieren müssen. Der andere hätte das nicht sagen oder tun dürfen, u.s.w.“ Wenn es tatsächlich nicht so passieren hätte dürfen, dann wäre es nicht passiert, dann hätte ein Blitz die Beteiligten getroffen und sie dadurch im Handeln gehindert, oder die Erde hätte sich aufgetan, oder was auch immer. Da das aber nicht geschehen ist, war deren Handeln richtig und durfte sein.

Und dann kommen da noch die Gedanken: „Wenn ich an deren Stelle gewesen wäre, ICH hätte es anders gemacht, ich hätte es richtig gemacht!“ – Du warst aber nicht an deren Stelle!

Die Kunst liegt nun darin, diese Arroganz deines ICHs zu erkennen. Das ICH ist begrenzt in seiner Wahrnehmung (und zwar nicht zu knapp) und kann daher nicht beurteilen was richtig ist und was nicht. Denn Tatsache ist, ein „nicht richtig“ gibt es gar nicht. Es gibt nur das was ist und das was ist, ist immer richtig, oder genauer gesagt, es ist einfach, ohne wenn und aber. Doch das ICH denkt nun mal so und hält sich selbst mit diesen Gedanken und den daraus resultierenden Gefühlen auch am Leben. Das ICH lebt in Vergangenheit und Zukunft, da es in der Gegenwart, im JETZT, im einzigen wahren Leben keine Existenzberechtigung finden kann.

Doch du kannst dich aus diesem „Teufelskreis“ des ICHs befreien, indem du einfach deine Augen schließt, dir die vergangene Begebenheit vergegenwärtigst und auch die Gefühle dazu fühlst. Lass dir Zeit dabei und tauch ganz ein – Und dann sagst du zu dir selbst folgenden Satz: „Es durfte alles so sein wie es war, genauso wie es war“. Wenn du diesen Satz wirklich aus deinem Herzen und nicht aus dem Verstand heraus sagen kannst, wirst du erleben, wie sich diese belastenden Gefühle auflösen werden und sich innerlicher Frieden breit macht. Wenn dieser Satz aus deinem Herzen kommt, hat er ein ungeheure Macht. Mit dieser Akzeptanz des Geschehenen kommst du ins Reine mit dir und allen anderen.

Und dasselbe gilt natürlich nicht nur für Vergangenes, sondern auch für gegenwärtige Situationen: „Es darf alles so sein wie es ist, genauso wie es ist“. Und für vergangene Situationen sei noch erwähnt: Du kannst sowieso nur Rennen gewinnen, die noch nicht vorbei sind.

In diesem Sinne wünsche ich dir Befreiung und das du deinen inneren Frieden findest.

 

Namaste

Anutosho

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