Ich kann die Anderen nicht verstehen

Geht es dir auch hin und wieder so, dass du das Gefühl hast, du kannst die Anderen einfach in ihrem Tun und Handeln nicht verstehen. In deiner Erlebniswelt würdest du in der einen oder anderen Situation genau anders reagieren oder handeln, als es der eine oder andere tut. Warum ist das so? Warum verhalten wir Menschen uns auf so unterschiedliche Weise? Und vielleicht ist es dir sogar schon passiert, dass du dein eigenes Verhalten nicht verstehen konntest…

Dass nicht alle Menschen gleich „ticken“ können ist wohl uns allen völlig klar. Aber was ist es, das unsere Verhaltensweisen ausmacht? Und gibt es gewisse Verhaltensweisen, die sich in bestimmten Menschentypen häufen? Haben dann diese Menschentypen dieselben Stärken und Schwächen?

Wenn du dich auf einem spirituellen Weg befindest zur Selbsterkenntnis wirst du bestimmt schon durch Eigenbeobachtung viele Muster in dir erkannt haben und kannst dadurch deine Verhaltensweisen besser verstehen. Es sind die Muster die sich ständig wiederholen und diese Muster tragen bestimmte Emotionen und Gefühle in sich, die mit jedem Erleben des Musters verstärkt werden. Wenn zum Beispiel Angst, Zorn, Zurückweisung, u.s.w. ein gewisses Muster hervorrufen, dann läuft das wie ein Programm ab. Wenn du die Emotion hinter dem Muster ausfindig gemacht hast, dann hast du schon so gut wie gewonnen. Dann geht es darum, die Emotion zu transformieren.

In diesem Zusammenhang möchte ich gerne auf die Enneagramm-Lehre verweisen.

Ursprünglich war das Enneagramm als ein Instrument zur spirituellen Transformation gedacht, welches Menschen helfen soll, ihre herausgefundene Ego-Realität und deren Maske abzulegen, also sich von ihren Fixierungen (Fallen/Sackgassen) und Leidenschaften hin zu ihren Tugenden zu "entwickeln". Die Arbeit an diesem Transformationsprozess bringt mit sich, dass sich die Menschen (erneut) mit den spirituellen Tiefen ihrer Seelen (der essenziellen Natur) verbinden werden. Mit dem Enneagramm kann nebst der spirituellen Transformation zunächst auch das einfachere Ziel verfolgt werden, sich selbst (durch Selbstreflexion oder nahestehende Personen) und andere (durch Studium der Typenbeschreibungen) besser einschätzen und verstehen zu können. Es ist also ein gutes Hilfsmittel zur Selbsterkenntnis, woraus Mann/Frau im optimalen Fall Profit für sich ziehen kann.

 

Das Enneagramm beschreibt im Wesentlichen 9 Typen von Menschen:

Diese Tabelle stellt nur einen sehr groben Auszug der Aspekte dar.

 

Wenn es dich interessiert, kannst du mal versuchen, ob du dich in einem der Typen wieder findest und ob du vielleicht Personen aus deinem Umfeld auch zuordnen kannst.

Mit den Erkenntnissen, die die Enneagrammlehre bietet, ist es auf jeden Fall leichter dich selbst und andere besser kennen zu lernen und Tugenden in uns zu stärken. Die Arbeit an der spirituellen Entwicklung bringt mit sich, dass wir uns erneut mit den spirituellen Tiefen unserer Seele, unserer essenziellen Natur verbinden. Diese Verbindung ist uns in der frühen Kindheit allmählich abhanden gekommen. Dieser Kontakt mit unseren Tiefen kann auch als der "Fall aus dem Paradies" bezeichnet werden. Dieser Fall ist kein einmaliges Erlebnis, sondern vollzieht sich allmählich in den ersten vier Lebensjahren, während wir die Entwicklungsstufen durchschreiten, in denen bestimmte Aspekte im Vordergrund stehen.

Der Fall bedeutet also nicht den wirklichen Verlust der Essenz. Wir verlieren einfach nur den Kontakt zu ihr.  Der essenzielle Bereich ist zu allen Zeiten gegenwärtig - wir haben ihn nur "vergessen" oder aus dem Bewusstsein verbannt. Es geht also darum, das Unbewusste bewusst zu machen, indem man im eigenen Körper, in den Emotionen und in den Gedanken völlig gegenwärtig ist und das, was wir dort vorfinden, zu untersuchen und zu erforschen. (Achtsamkeit). Unser Inneres spricht ständig mit uns, aber wir bekommen das nicht mit, weil wir nicht zuhause sind, nicht gegenwärtig sind.

Das sich selbst reflektierende Bewusstsein hat seinen Ursprung in körperlichen Empfindungen, und unser Gefühl dafür, wer und was wir sind, wir automatisch mit dem Körper in Verbindung gebracht. Auf einer tieferen Ebene entspricht die unserem Enneagrammtyp zugehörige Tugend genau der Eigenschaft, die wir brauchen, um uns objektiv so zu erleben, wie wir wirklich sind.  Das "Ich" ist vor allem ein Körper-Ich. Diese Identifikation mit dem Körper und seiner faktischen Getrenntheit bildet die Basis für unsere Selbstdefinition, die uns von unserem frühkindlichen Bewusstsein abschneidet.

Ein weiteres Ziel der spirituellen Transformation (nebst dem Versuch Unbewusstes bewusst zu machen) ist die Auflösung der Identifikation mit der Gesamtpersönlichkeit oder des Ich's.

Wenn ich dein Interesse an der Enneagrammlehre geweckt haben sollte, kann ich dir hier das Buch „Das spirituelle Enneagramm  - Neun Pfade der Befreiung“ von Eli Jaxon-Bear empfehlen.

 

Ob nun mit oder ohne Enneagramm, wie auch immer du deine spirituelle Transformation erfährst, sie wird dich in die Freiheit und zum inneren Frieden führen.  Viele spannende Erkenntnisse auf deinem Weg wünsche ich dir.

 

Namaste

Anutosho

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