Angst und Schmerz - was für ein wertvoller Schatz!

Es liegt wohl in unserer Natur des Menschen, dass wir danach streben einen Schmerz, sei dieser physisch oder emotional, aufzulösen und uns von ihm zu befreien. Aber müssen wir die Ursache kennen und verstehen, um ihn überhaupt erst auflösen zu können. Viele sind der Meinung ja, denn erst wenn die Ursache erkannt wird, kann der Schmerz, der eine Folge der Ursache zu sein scheint aufgelöst werden. Ich sehe das ein wenig anders...

Unser Verstand hat gelernt alles zu analysieren. Und so gehen wir auch mit Schmerz um. Wenn ich die Ursache nicht kenne, kann ich den Schmerz nicht bekämpfen. Und darin liegt schon die erste Falle: Im Kampf. Jeder Kampf erzeugt weiteres Leid. Der Schlüssel ist meiner Meinung auch hier die Liebe und die Hingabe.

Wie jedes Empfinden in uns, zum Beispiel Freude oder Glück, ist auch der Schmerz eine Energieform. Doch ist im Gegensatz zu schönen Gefühlen ist der Schmerz zumeist auch von einer Angst begleitet. Und Angst kommt ja schon sprachlich von „Enge“, das heißt es handelt sich um eine Energie, die in uns Enge verursacht. Aber nichts desto trotz ist es eine Energie. Und wir können uns dieser Energie ausliefern als Opfer, die wir ablehnen und den Schmerz unterdrücken (bekämpfen), entweder gedanklich oder mit Medikamenten, oder wir nehmen diese Energie an zur Veränderung. Denn jeder Schmerz ist ein Hinweis in unserem System, dass eine Veränderung ansteht, dass in unserem System etwas nicht passt. Unter diesem Aspekt kann jeder Schmerz liebevoll willkommen geheißen werden, denn er gibt uns den Anstoß für Veränderungen, wieder etwas ins harmonische Gleichgewicht zu setzen. Und wenn wir im Fluss bleiben und uns nicht gegen den Schmerz wehren, sondern den wertvollen Schatz dahinter sehen, dann können wir aus dem Schmerz befreit hervorgehen, wie Phönix aus der Asche.

Bei kleinen Schmerzen können wir das noch eher annehmen, als bei großen, aber dennoch bleibt es das Gleiche. Ja, wir werden bei akuten Schmerzen zunächst natürlich versuchen, die Akutphase zu überstehen, aber unmittelbar danach geht es darum, was wir mit diesem Schatz machen. Vergraben wir ihn wieder, sperren wir ihn wieder ein, oder nutzen wir diesen Energieanstieg, diesen Schatz. Nimm die Angst hinter dem Schmerz bildlich liebevoll in die Hand und betrachte sie. Welche Geschichte erzählt dir diese Angst? Vielleicht sind es sogar mehrere Geschichten. Hör dir die ganzen Geschichten an mit allen Ausschweifungen. Und wenn du diese Geschichten lächerlich finden kannst, dann lache ganz laut und sieh zu wie diese Angst in der Hand immer kleiner und kleiner wird, bis sie schlussendlich verschwindet. Dann hast du diese Angst, die nur in deinem Kopf entstand, transformiert. Denn Angst ist nie real, sondern immer nur eine Falle in unserem Verstand, die uns lähmt uns weiter zu entwickeln. Und jede transformierte Angst legt Potentiale in uns frei, die wir von nun an leben können und dadurch mehr wir selbst sind.

Tust du das aber nicht und vergräbst den Schatz, dann wird sich diese Angst mit Sicherheit wieder zeigen, denn das LEBEN ist gnädig und gibt dir unendlich viele Chancen. Vielleicht in gleicher, vielleicht in anderer Form, aber die Angst wird dich nicht loslassen – bis du sie loslässt. Willst du frei sein, musst du das Gefängnis der Angst loslassen.

 

Namaste

 Anutosho

Kommentar schreiben

Kommentare: 0