Warum wollen wir an Lügen glauben?

Was sind deine Lügen an die du glaubst? Jetzt wirst du mir vielleicht entgegnen: „Wenn ich weiß, dass es eine Lüge ist, glaube ich doch nicht dran!“. Wenn das so ist, denk vielleicht einmal genauer darüber nach. Gibt es da nicht auch bei dir Geschichten, an die du glaubst, obwohl du in deinem Innersten genau spürst, dass das eine Lüge ist? Nehmen wir mal ein Beispiel an das viele glauben: Wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt, weil der macht mich wieder gesund. Stimmt das?

Im Innersten weißt du natürlich, dass das nicht stimmt, denn erstes macht dich nicht der Arzt gesund, sondern immer nur du selbst und zweitens verschreibt dir der Arzt in der Regel ein oder mehrere Medikamente, also Gift mit Nebenwirkungen, die zwar scheinbar die aktuelle Krankheit bekämpfen (ja richtig: bekämpfen und nicht heilen) aber zeitgleich jedoch andere Schäden in deinem System hervorrufen, womit dein nächster Besuch beim Arzt vorprogrammiert ist. Aber diese Geschichte, diese Lüge, der Arzt macht mich gesund, ist eben mal eine schöne, weil wir dadurch erstens die Verantwortung für unsere Gesundheit abgeben können und zweitens können wir uns dadurch in die Opferrolle begeben, indem wir sagen: „ICH kann ja nichts dafür, wenn ich krank werde“- Und das ist natürlich bequem und darum halten viele Menschen an dieser Lüge fest und verteidigen diese wenn es sein muss bis aufs Blut.

Eine andere Lüge die viele glauben ist, dass die Politiker unserer Regierungen dafür da sind dem Volk zu dienen. Das ist wieder praktisch, weil wir dadurch wieder Verantwortung abgeben können. Sie sagen uns was wir tun sollen und wir tun es, denn es wird schon richtig sein (sind ja schließlich alles studierte Köpfe, die sich die Gesetze ausgedacht haben). Ein weiteres Beispiel wäre das Wahlrecht. Ich habe in unserer Demokratie das Recht unsere Regierungsvertreter zu wählen. Wenn du genau hinsiehst, erkennst du jedoch sehr schnell, dass das auch nur ein weitere Lüge ist. Denn am Wahltag, gehst du zur Wahlurne, gibst deine Stimme ab und das war’s. Da du nun deine Stimme abgegeben hast, hast du auch nichts mehr zu sagen, und da die abgegebene Stimme in einer Urne landete hast du sie sogar selbst zu Grabe getragen.

Das waren nun 3 Beispiele für sehr globale Lügen, die noch sehr viele Menschen für praktisch finden, weil sie dadurch keine Eigenverantwortung übernehmen müssen.

Doch wir glauben nicht nur an die globalen Lügen, das fängt schon im kleinen Kreise der Familie an. Ich liebe meinen Partner, denn sonst wäre ich ja nicht mit ihm zusammen. Ach klingt das schön, doch stimmt das wirklich, oder ist das nur eine Lüge die du dir vielleicht selbst vorgaukelst? Vielleicht bist ja nur mit deinem Partner zusammen, weil du nicht alleine sein willst, oder weil das Haus noch nicht abbezahlt ist, oder weil die Kinder noch klein sind, oder …

Oder nehmen wir eine Lüge, die noch näher an dir dran ist: Ich muss arbeiten gehen, damit ich meinen Lebensunterhalt verdiene? Stimmt das? Wenn das so ist, warum überleben dann all jene, die keine Arbeit haben? Siehst du? Wenn das so ist lügst du dich selber an, damit du nicht näher hinschauen musst, und das ist eben praktisch.

Und dann gibt es da noch die Lügen der Menschheit, die für die meisten von uns als absolute Wahrheit angesehen werden, fast schon wie Naturgesetze. Die erste dieser Lügen ist die Lüge der Getrenntheit. „Ja ich weiß“, höre ich dich sagen, „das hört man ja fast schon überall, dass wir alle eins sind, aber trotzdem gibt es da ein DU und ICH“. Und solange du in dieser Illusion gefangen bist lebst du auch in dieser Getrenntheit, weil du diese Lüge lebst.

Eine zweite dieser Lügen der Menschheit ist die Lüge der Zeit. Für viele von uns ist es wie in Stein gemeiselt, dass Vergangenheit und Zukunft existiert, dass sie vehement alles ablehnen, das gegen diese These (Lüge) argumentiert. Aber trotzdem ist es eine Lüge. Alles was passiert, passiert im JETZT. Wenn du über die Vergangenheit sprichst oder nachdenkst, tust du das jetzt und wenn du dir Sorgen oder Hoffnungen über die Zukunft machst tust du das auch jetzt.

Ich nenne die Lügen bewusst „Lügen der Menschheit“, denn kein Tier oder keine Pflanze oder ein anderes Lebewesen außer uns Menschen käme auf die wahnsinnige Idee, dass wir getrennt sind, oder dass es so etwas wie Zeit gibt. „Zeit, das verstehe ich nicht“, würde ein Tier sagen. „Was meinst du mit Zeit, es ist doch JETZT“.

Aber ich will dich hier nicht kritisieren. Ich möchte dir nur aufzeigen, dass die Welt nicht so perfekt ist, wie sie scheint. Wir alle leben mit der einen oder anderen kleinen und auch großen Lüge um ein (scheinbar) bequemes Leben zu führen. Entscheidend dabei ist, ob du weißt, dass du mit einer Lüge lebst oder nicht, sprich lebst du bewusst oder unbewusst. Wenn du unbewusst mit deinen Lügen lebst, wirst du immer wieder in Situationen kommen, wo deine Lügen mit der Wahrheit konfrontiert werden und dann entsteht in dir ein innerer Konflikt, den du gar nicht lösen kannst, weil du die Lüge selbst als Wahrheit ansiehst. Wenn du aber bewusst mit deinen Lügen lebst, weil es eben oft für einen selbst und im Umgang in der Gesellschaft bequemer ist, dann kannst du in der Konfliktsituation die Lüge ansehen als das was sie ist, eben eine Lüge mit der du leben willst, und schon hat sich der Konflikt wieder aufgelöst und du kannst friedvoll weiter leben.

Du erkennst dann, dass Lüge im stillen Raum auftaucht und auch wieder in diesem verschwindet und dass die Lüge nichts mit DIR zu tun hat. Du gebrauchst sie nur für bestimmte Dinge und legst sie wieder beiseite, wenn du sie nicht mehr benötigst, aber du bist nicht mehr mit dieser Lüge identifiziert.

Und wenn du soweit bist, hast du den ersten Schritt aus der Lügenfalle getan. DU erkennst sie als das an was sie ist, auch wenn du noch damit leben möchtest. Und das ist vollkommen in Ordnung. Du wirst weiterhin solange damit leben, wie es für dich richtig ist und keinen Moment länger (aber auch nicht kürzer).

Die Lügen, an die wir glauben, geben uns natürlich auch ein gewisses Maß an Sicherheit, auch wenn wir wissen, dass es Lügen sind. Und wenn wir noch nicht bereit sind die Komfortzone zu verlassen, ist das auch o.k., denn sonst wäre es nicht so. Wenn du also erkannt hast, dass du mit der einen oder anderen Lüge lebst, mach dir deswegen keinen Stress. Durch das Erkennen lebst du bereits freier und wenn der Zeitpunkt gekommen ist die Lüge fallen zu lassen, wirst du es tun. Dann bist du wieder einen Schritt näher an der Wahrheit dran, hast dich selbst ein Stück weit mehr erkannt und bist näher an den inneren Frieden herangerückt. Wenn dir das so geschieht gratuliere ich dir, den dann bist du wieder einen Schritt näher am Erwachen.

 

Namaste

Anutosho

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Benjamin (Sonntag, 25 Dezember 2016 09:44)

    Wenn ich aber gefoltert werde, bin ich nicht krank und brauche keinen Arzt. Ich brauche auch keine Regierungen, denn die machen ja das Gesetz, mich zu foltern. Ich brauche auch keinen Partner, wenn ich gefoltert werde - möglicherweise versuche ich noch, ihn davor zu bewahren. Ich brauche auch nicht zu arbeiten um zu leben, denn vermutlich würde ich lieber sterben, als mich weiter foltern zu lassen. Ich bin auch nicht getrennt von den anderen, denn der Folterer dringt tief in mich ein. Und letztendlich gibt es auch keine Zeit, sondern nur den Moment des Schmerzes.

    Habe ich also all diese Lügen abgeworfen und bin ganz nah an der Wahrheit dran, und sollte Liebe die Wahrheit sein - ist dann nicht Folter Liebe?