Wo ist mein ICH?

Wo ist mein Ich, was für eine komische Frage, wird sich jetzt der eine oder andere denken. Wo beginnt mein ICH und wo hört es auf. Wann beginnt mein ICH und wann hört es auf. Fragen über die es sich lohnt einmal gründlich nachzudenken. Beginnen wir mit „Wo ist mein ICH?“ Ist mein Ich im Kopf oder in der Brust, im Herz oder im Bauch, wo?

Ist das Ich bei jedem wo anders oder bei jedem an der gleichen Stelle. Frage dich mal wo dein Ich ist, wo es beginnt und wo es aufhört. Nehmen wir mal an deine Antwort lautet: „Mein ganzer Körper ist das Ich und es ist nicht beschränkt auf Kopf, Brust, Herz oder Bauch, oder was auch immer.“ Nun gut, heißt das, dass dein Ich auf der Hautoberfläche aufhört? Wohl kaum, denn da sind ja noch der Mentalkörper, der Emotionalkörper und der Astralkörper, der außerhalb unserer Hautoberfläche ist, die gehören da ja wohl auch noch dazu. Doch das sind unsere Energiekörper, wo genau hören die auf und fangen die an. Das kann man nicht so abgegrenzt sagen. Und wenn sich diese Energiekörper weit über unseren physischen Körper erheben, wo endet dann mein Ich und wo genau beginnt dann deines wenn wir nebeneinander stehen? Oder wie es ist, wenn du eine außerkörperliche Erfahrung machst, zum Beispiel bei einem Schockerlebnis, sehr hohem Fieber oder tiefst meditativen Zustand. Wo ist dann dein ICH? Im Körper oder außerhalb? Du siehst schon, die Frage „Wo ist mein ICH“ ist gar nicht so leicht zu beantworten, wie es zunächst scheint. Nehmen wir uns jetzt mal die nächste Frage vor: Wann beginnt mein ICH und wann hört es auf? Ich höre jetzt schon einige sagen. „Bei der Geburt beginnt’s und mit dem Tod endet es“. Vielleicht eine doch zu schnelle Antwort. „Nein beginnen tut es schon bei der Zeugung“ meinen die einen, andere wieder sagen, das Ich entwickelt sich erst mit den ersten Monaten/Jahren. Und wie ist das jetzt mit der Wiedergeburt. Wird mein ICH wieder geboren und war mein ICH schon in einem vorherigen Leben da? Da mögen sich nun die Geister drum streiten. (Wenn’s dich interessiert habe ich dazu einen Blog-Artikel: Gibt es frühere Leben und Wiedergeburt)

Ich meine, dass das ICH nur ein Konzept unseres Verstandes ist, mit dem sich unser Verstand identifiziert. Denn ein Baby meine ich hat noch kein ICH. Das Baby hat keine Ahnung, dass es die Lisa oder der Martin ist. Das bekommt das Baby und in weiterer Folge das Kleinkind erst durch sein Umgebung eingetrichtert. Davor kennt das Baby auch keine Trennung. Erst wenn es das Konzept des ICHs übernimmt, ist das Spielzeugauto nicht nur mehr ein Spielzeugauto, sondern MEIN Spielzeugauto. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Baby ICH-los, so wie wir es alle sind, und zwar auf immer und ewig. Nur ist für uns dieses übernommene Konzept des ICHs so real und präsent, dass wir es bis aufs Blut verteidigen, oder vielmehr unser Verstand verteidigt es. Würden wir dieses Konzept nämlich fallen lassen, hätte unser Verstand nichts mehr, mit dem er sich identifizieren könnte, darum setzt der Verstand alle Hebeln in Bewegung um das tunlichst zu vermeiden. Jede Menge logische Erklärungen findet er um uns weiß zu machen, dass da natürlich ein ICH ist und auch eines sein muss, damit wir überhaupt existieren können. Und mit diesem Konzept hält er uns gefangen, und redet uns natürlich ein, dass es ganz übel ist, den Verstand zu verlieren. Und da der Verstand (der uns weiss macht, dass es „unser“ Verstand ist, denn es gibt ja auch das ICH) in der Polarität zuhause ist, hat er uns auch das Konzept der Bewertungen übergestülpt, damit wir noch etwas haben mit dem wir uns identifizieren können und den Verstand somit weiter füttern. Ich bin besser oder schlechter, schöner oder hässlicher, reicher oder ärmer, gescheiter oder dümmer. Und so treibt uns „unser“ Verstand immer mehr und mehr in die Trennung.

Und diese Täuschung erscheint uns so real, dass die meisten von uns gleich gar nicht auf die Idee kommen diese Konzepte zu hinterfragen. Doch glaube mir, es lohnt sich dies zu hinterfragen. Und die beste Frage erscheint mir eben diese zu sein: Wo ist mein ICH. Denn wenn ich das nicht wirklich dingfest machen kann, ohne wenn und aber, dann lösen sich die Folgekonzepte daraus von selbst auf und du wirst ein unheimliches Gefühl von Freiheit und Verbundenheit verspüren, wie es dir mit dem ICH nie möglich wäre.

Doch wieder mal möchte ich dich auffordern, dass nicht einfach so zu glauben und schlechtestenfalls als neues Konzept zu übernehmen. Vielmehr möchte ich dich einladen, das für dich selbst zu hinterfragen und herauszufinden. Denn nur wenn du bei dieser Suche nach dem ICH selbst deine Aha’s erlebst, werden sich die ICH-Konzepte, die wie Brandmale in uns eingebrannt sind, auflösen können. Und sei bei der Suche nach deinem ICH auch kompromisslos, lasse kein „ja aber“ oder „eventuell“ zu, das wäre wieder nur ein Einmischen des Verstandes, der dich versucht von der Wahrheit fernzuhalten. Denn ein aufgelöstes ICH bedeutet auch ein aufgelöstes EGO und eine Auflösung des abgegrenzten Verstandes. Und gegen das wird sich dein Verstand bis zur letzten Synapse wehren.

Wenn du dich aber dazu entschließen solltest dein ICH zu finden, dann wünsche ich dir dabei viel Erfolg, viel Durchhaltevermögen und viel Stärke, um anschließend ins Land von Frieden Verbundenheit und Freiheit zu gelangen.

 

Namaste

Anutosho

 

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