Bist du ein Gutmensch?

Wir kennen ihn bestimmt alle, den Gutmensch. Er ist stets hilfsbereit, immer da wenn man ihn braucht, spricht nie schlecht über andere, hat immer ein offenes Ohr, spendet für Arme, ist demütig für das was er hat und gibt was er kann. Bist du auch so ein Gutmensch oder möchtest du so einer sein/werden. Oder bist du einfach nur gut zu dir selbst?

Kann man nicht beides sein? Gut zu sich selbst und gut zu allen anderen? Natürlich kann man das, und eigentlich bedingt sich das sogar. Denn nur wenn ich gut zu mir selbst sein kann, kann ich auch erst gut zu allen anderen sein, weil ja alle anderen ein Teil von mir sind. Doch sind wir uns mal ehrlich; Wie oft sind wir gut zu anderen (im Außen) und sind es aber eigentlich gar nicht wirklich (im Inneren). Weil wir meinen, das müsse man so tun, weil die gesellschaftlichen Regeln das so verlangen. Doch wäre es nicht ein schöneres miteinander, wenn wir nicht gut, sondern einfach nur ehrlich und aufrichtig wären?

Ein „Gut“ im Außen ist nämlich oft ein „Nicht gut“ zu mir selbst. Ich mache Dinge für andere, die ich eigentlich nicht machen möchte und bin damit eigentlich nicht gut zu mir selbst, weil ich mir selbst gegenüber nicht ehrlich und aufrichtig bin. Und wie kann ich jetzt allen anderen gegenüber ehrlich und aufrichtig sein, wenn ich es nicht einmal mir selbst gegenüber schaffe?

Überprüfe das mal, ob das bei dir auch so ist. Bei mir jedenfalls ist das so, dass ich mich immer wieder dabei ertappe, dass ich nicht gut zu mir bin. Aber die Erkenntnis ist ja bekanntlich der erste Schritt zur Veränderung bzw. Verbesserung, wobei ich den Begriff Verbesserung eigentlich nicht so gerne verwende, denn im Moment ist immer alles so wie ist perfekt und bedarf somit keiner Verbesserung. Dann versuch ich aber zumindest wachsam zu sein für das nächste Mal, um nicht in die Gesellschaftsfalle zu tappen. Dann versuche ich das nächste Mal gut zu mir zu sein. Das heißt natürlich auch mal zu etwas nein zu sagen, aber umso schöner ist das Gefühl, wenn das zugleich ein JA zu mir selbst ist.

Und es ist auch klar, dass es einen Unterschied macht, wie man nein sagt. Es gibt das unhöfliche Nein, das einfach nur vor den Kopf stoßend ist: „Nein das mache ich nicht, mach deinen Scheiß selber“, Nein interessiert mich nicht, such dir einen anderen Trottel“. Dieses Nein ist aus dem trotzigen Kind-ICH heraus gesprochen. Und es gibt natürlich auch noch das Nein, das aus einem Erwachsenen-Ich heraus kommt. Wo wir dem Gegenüber mit Respekt und auf Augenhöhe begegnen mit dem Motto: Ich behandle dich so, wie ich auch gerne behandelt werden möchte. Und wenn du erst mal in einem erwachten Zustand durchs Leben wanderst, kannst du sowieso nur mehr so handeln, weil du ja weißt, dass dein Gegenüber immer ein Teil von dir selbst ist, oder besser gesagt du selbst bist. Und so ein Nein ist erklärend: „Nein tut mir leid, das kann ich nicht für dich tun, weil ich gerade andere Pläne habe, aber ein anderes Mal, wenn es passt helfe ich dir gerne“, oder eben so ähnlich. Mit so einem Nein kann jeder umgehen und ist im Endeffekt auch besser akzeptiert, weil es eben ehrlich und aufrichtig ist. Und vor allem wissen die anderen mit der Zeit, dass wenn du ein JA gibst du es von Herzen gerne gibst.

Wenn du also gerne ein Gutmensch wärst oder werden möchtest, sein zuerst gut zu dir selbst – und zwar ehrlich und aufrichtig gut, dir gegenüber brauchst du nichts vorschwindeln. Und wenn du erst mal gut zu dir selbst bist, bist du automatisch gut zur Welt und allem da draußen.

 

Also dann, ich wünsche dir alles Gute zu dir selbst und dass du damit ein Stück mehr an inneren Frieden erfährst.

 

Namaste

Anutosho

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