Leben nach der Sinuskurve (mal oben, mal unten)

Unser aller Leben besteht aus Höhen und Tiefen und allem was eben so dazwischen liegt. Und wenn wir uns ein glückliches friedvolles Leben vorstellen, meinen viele, das müsste sich doch eigentlich dann immer in den Höhen abspielen. Und wer sich schon näher mit dem LEBEN beschäftigt hat, weiß, dass das LEBEN immer nur im Moment abspielt, nicht in der Vergangenheit, nicht in der Zukunft. Doch wo entlang der Sinuskurve des Lebens befinden wir uns eigentlich bezüglich Vergangenheit, Zukunft und Moment?

Sehen wir uns so einen Sinusverlauf mal etwas genauer an und lasst uns dort beginnen, wo es am schönsten ist, am Höhepunkt. Wir alle kennen diese Phase, zum Beispiel wenn wir frisch verliebt sind, oder wenn beruflich einfach alles wie am Schnürchen läuft und uns sowieso alles gelingt was wir anfassen. Wir fühlen uns unverletzlich, unzerstörbar, nichts scheint uns unmöglich, wir genießen das LEBEN in vollen Zügen, wir genießen jeden Moment, wir sind im Moment.

Doch wir alle haben schon erfahren müssen, dass dieser Zustand nicht ewig anhält und die „Talfahrt“ beginnt. In der Liebe schleichen sich Ungereimtheiten ein, es läuft nicht mehr so harmonisch, im Job läuft es auch nicht mehr so rund, an uns gestellte Anforderungen erscheinen uns immer schwieriger. Und was jetzt passiert, ist dass wir den Moment verlassen. Wir erinnern uns gerne an den optimalen Zustand, sehnen diesen wieder herbei und je mehr wir uns von diesem optimalen Zustand entfernen im Zuge der Talfahrt, desto mehr leben wir in der Vergangenheit und des gedanklichen Nachhinkens. Und je mehr wir uns aus diesem Moment verabschieden, desto mehr verabschieden wir uns auch vom eigentlichen LEBEN.

Und irgendwann trifft es uns wie ein Hammer. Der Tiefpunkt der Sinuskurve. Das kann dann das (scheinbar) plötzliche Liebesaus sein, der Jobverlust, eine schwere Krankheit oder ähnliches. Und wir versinken im seelischen und/oder körperlichen Schmerz. Und dieser Schmerz wirft uns wie ein Boomerang zurück in den Moment und somit auch ins Leben. Wir sehen ab sofort Wertigkeiten wieder anders und sind mit unserer ganzen Aufmerksamkeit am präsenten Schmerz, jetzt und in diesem Moment.

Doch jeder Schmerz vergeht, weil ja auch die Zeit angeblich die Wunden heilt und wir beginnen wieder nach vorne zu schauen, das heißt ab sofort geht unser Blick in die Zukunft. Der Beginn des Höhenfluges. Und nicht nur unser Blick, sondern natürlich auch unsere Gedanken und schon sind wir wieder dabei den Moment und das eigentliche LEBEN zu verlassen. Jetzt sehnen wir nicht nach Vergangenen, sondern nach möglichen, zukünftigen Szenarien: „Ach wenn es nur so sein könnte“ oder „ Wenn ich das erst mal geschafft habe, dann…“. Wir entwickeln wieder Datendrang und Energie, wodurch wir auch wieder nach oben kommen in der Sinuskurve, egal, ob jetzt genau das Gewünschte eintritt oder nicht. Wenn nicht das Gewünschte, dann eben etwas anderes Gutes. Und das geschieht solange bis wir wieder ganz oben sind am Höhepunkt, dann können wir endlich wieder jeden Moment auskosten, denn jetzt haben wir ja endlich unseren Seelenpartner gefunden, endlich im richtigen Job gelandet, endlich den sportlichen Erfolg geerntet, oder was auch immer.

Du siehst, wenn du die vier Phasen der Sinuskurve verfolgst, dass wir eigentlich nur am Höhepunkt und am Tiefpunkt wirklich Leben, wirklich im JETZT sind. Und wenn wir die vier Phasen einfachkeitshalber mal alle zeitlich gleich lang betrachten (was es nicht ist), bedeutet das, dass wir mindestens das halbe LEBEN nicht leben, sondern nur Passagier der Gedanken in Vergangenheit und Zukunft sind.

 

Versuche für dich die letzten vier Phasen in deinem Leben zu rekonstruieren und du wirst vielleicht auf ähnliche Erkenntnisse stoßen. Aber sicher hast du auch noch andere Erkenntnisse und ich würde mich freuen, wenn du mir diese in den Kommentaren mittteilst, dann haben wir alle (soll heißen auch die anderen Teile von DIR) was davon. Auf jeden Fall werden dir deine Erkenntnisse dabei helfen bewusster und somit auch friedvoller zu LEBEN.

 

Namaste

Anutosho

 

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