Glücklich werden oder glücklich sein?

Wie die meisten von uns ist auch in Dir wahrscheinlich das Streben nach Glück. Ein glückliches Leben zu führen, das ist wahrscheinlich für die meisten von uns was wir uns vom Leben wünschen oder erträumen. Und natürlich haben wir auch eine Vorstellung davon wie so ein glückliches Leben aussehen soll. Der eine sucht sein Glück in der Partnerschaft, der andere im Job, die andere sieht ihre Erfüllung darin endlich Mutter zu werden, wieder andere suchen ihr Glück im finanziellen Reichtum. Doch was braucht es wirklich, um glücklich zu werden?

Ich bin der Meinung es ist sinnvoller glücklich zu sein, anstatt glücklich zu werden. Versuche ich nämlich glücklich zu werden, werde ich das auch bekommen („Jedem geschieht nach seinem Glauben“ steht schon in der Bibel geschrieben). Ich werde ständig in einem Zustand leben jetzt nicht glücklich zu sein, sondern es erst irgendwann „zu werden“. Wenn ich erst mal…, dann…, lauten die Geschichten die wir vor uns her beten.

Aber ich will mich hier nicht als Besserwisser aufspielen. Ich selbst war ganz genau so, dass ich immer glücklich werden wollte. Ich hatte immer eine genaue Vorstellung, was ich so alles brauche um glücklich zu werden, und wenn ich es dann hatte stand schon der nächste Wunsch, die nächste Voraussetzung zum glücklich werden parat. Und egal was ich erreichte, es war doch immer ein kleiner Beigeschmack von Unzufriedenheit dabei. Warum? Weil ich das Glück ständig im Außen suchte. Bis ich eines Tages merkte, dass mich die „glücklichen Umstände“ im Außen innerlich nie wirklich glücklich machen werden.

Wenn das bei dir auch so ähnlich abläuft, lohnt es sich das einmal genauer zu erforschen. Was bedeutet glücklich sein für dich? Schauen wir uns dazu mal ein paar gängige Aussagen an:

  • Finanziell abgesichert zu sein?
  • Keine Probleme zu haben?
  • Gesund zu sein?
  • Einen Partner zu haben der dich liebt?
  • Einen Partner zu haben, den du liebst?

Nun lass uns diese mal untersuchen.

Finanziell abgesichert zu sein: Es gibt ja das Sprichwort „Geld macht vielleicht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein“. Doch ab wann ist man finanziell abgesichert? Wenn man 50.000 Euro auf der Bank liegen hat? Wie sicher ist dieser Polster? Reicht der wirklich aus? Und was passiert, wenn ich diesen Polster mal wegen unvorhersehbarer Dinge unterschreiten muss und das Konto nur mehr 40.000 Euro aufweist? Und wie sicher ist das Geld überhaupt auf der Bank? Und selbst wenn ich es zu Hause unter meinem Kopfpolster habe, was passiert wenn eine Geldentwertung kommt? Du siehst schon, Geld beruhigt nicht ungemein und wird dich auch nicht glücklich machen.

Keine Probleme zu haben: Wie gut sich doch dieser Gedanke anfühlt. Da stellt man sich doch ein unbeschwertes Leben vor, oder nicht. Doch ich setze für das Wort „Probleme“ gerne das Wort „Herausforderungen“ ein. Und jetzt stell‘ dir mal ein Leben ohne Herausforderungen vor. Wäre das nicht langweilig und trostlos? Sind es nicht die Herausforderungen an denen wir wachsen, die uns im Leben reifen lassen? Sind nicht die Herausforderungen „das Salz in der Suppe“?

Gesund zu sein: Wer ist schon gerne freiwillig krank, wirst du dir vielleicht denken. Richtig, weil wir die Krankheit als etwas Störendes ansehen, das wieder weg gehen soll. Schnell zum Arzt, die richtige Medizin verschreiben lassen und weiter geht’s. Das tun wir so, weil wir in der Krankheit nicht das Wertvolle sehen. Wenn wir krank sind, spricht unser Körper mit uns. „Der Körper folgt dem Geist“ heißt es doch, „Das Grobstoffliche folgt dem Feinstofflichen“ und das kann ich auch unterstreichen. Also muss ich nur herausfinden, was mir meine Krankheit sagen will, was stimmt in meinem geistigen Zustand nicht, wo lebe ich nicht mein LEBEN. Natürlich ist es nicht lustig krank zu sein, und doch gibt uns jede Krankheit die Chance uns besser kennen zu lernen und näher ins wahre SEIN zu kommen.

Einen Partner zu haben der dich liebt: Ach wie gut sich dieser Gedanke doch anfühlt. Wenn mich mein Partner liebt werde ich regelrecht mit Energie aufgeladen. Ich brauche weniger Schlaf, bin topfit und alles geht leicht von der Hand. Wenn das kein Glück ist? Doch auf dieses Hoch kann nur das Tief folgen, und was dann? Ist es dann vorbei mit dem Glück? Ist es wirklich so gut mein Glück von einem Partner, der mich liebt abhängig zu machen?

Einen Partner zu haben, den du liebst: Auch diese Gedanke fühlt sich anfangs ach so gut an. Auch Liebe zu geben verleiht dir natürlich selbst auch Energie. Einen anderen Menschen zu lieben ist in Ordnung, wenn du es bedingungslos tust. Doch wie weit reicht diese Bedingungslosigkeit? Liebe ohne Wenn und Aber. Seien wir doch ehrlich. Wir erwarten uns was wenn wir Liebe geben. Vielleicht hast du ein Haustier, einen Hund oder eine Katze und wahrscheinlich liebst du dieses auch. Untersuche das mal für dich: Ist die Liebe zum Haustier nicht bedingungsloser als zu deinem Partner? – Eigentlich erschreckend, oder? Kann dieses Glück von Dauer sein?

 

Nun haben wir uns einige Beispiele angesehen, und selbst wenn du andere Vorstellungen von Glück hast, erforsche diese Gründe auf ähnliche Weise, und du wirst selbst drauf kommen, warum das dauerhafte Glück nicht einziehen will.

Doch wie erreicht man dann dauerhaftes Glück?

Ich bin der Meinung wahres Glück kannst du nur unabhängig von äußeren Umständen erlangen. Selbst wenn du im Gefängnis sitzt, oder im Job „körperlich schuften musst wie ein Schwein“ kannst du glücklich sein. Denn ich bin der Meinung, man kann nur „GLÜCKLICH SEIN“ und nicht „Glücklich werden“. Und Glücklich sein bedeutet für mich sich dem Moment nicht entgegen zu stellen. Der Moment ist wie er ist und er muss so richtig sein (sonst wäre er nicht so). Wenn es mir gelingt im Frieden zu sein, mit dem was ist, wie kann ich dann nicht glücklich sein? Und wenn du dich nicht gegen das LEBEN stellt, dann kann das LEBEN ungehindert fließen, und wenn das LEBEN im Fluss ist, werden Dinge auf dich zukommen, werden sich Gelegenheiten ergeben, die du so nie erwartet hättest. Doch es reicht natürlich nicht sich das nur vorzustellen: „Ich stelle mir halt vor, dass ich mit allem im Frieden bin was ist, und nun hoffe ich darauf, dass das Glück kommt“ – Das Leben ist kein Wunschkonzert, das Leben ist das LEBEN. Erst wenn du den Moment als das einzig Wahre erkennen kannst, wirst du verstehen was ich meine.

Aber glaube mir das nicht so einfach. Denke selber darüber nach und forsche für dich, erst dann hat es einen Wert für dich, erst dann wirst du den inneren Frieden erlangen.

 

Namaste

Anutosho

 

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