Wer bin ich? Leben in 2 Welten (Beruf und Berufung)

Heute möchte ich über ein Thema schreiben, mit dem der oder die eine sicher auch konfrontiert ist. Das Leben in (mindestens) 2 Welten. Ich meine da die Welten Beruf und Berufung. In der einen Welt lebt man um zu „überleben“ (=Sicherung der Lebensumstände) und in der anderen Welt lebt man, um zu „leben“ (=LEBEN).

Ich kann dir nur berichten wie das bei mir war und ist, aber vielleicht hilft dir das trotzdem zu verstehen warum auch das ist wie es ist.

Ich für mich bin in der einen Welt, der Berufswelt, ein Qualitätsmanager, der sich im Berufsalltag mit klar vorgegebenen Strukturen, sogenannten Prozessen, sowie Statistiken, Zahlen, Daten und Fakten rumschlägt. Nur was man sehen, beurteilen, prüfen, analysieren und steuern, sprich kontrollieren kann zählt. Und ob ihr es glaubt oder nicht, darin bin ich echt gut und bis zu einem gewissen Grad mag ich das auch (vielleicht weil ich darin eben gut bin?). In dieser Welt herrscht ganz klar die EGO-Struktur vor, die in Hierarchien gegliedert klar festlegt, wer was zu sagen hat, wer welche Macht hat. Also ein klaren Leben im Verstand.

Und dann komme ich heim, heim in die andere Welt in die Welt außerhalb der EGO-Strukturen, wo ich mich mit „Übersinnlichen“ wie Quantenmatrix, Fernwahrnehmung, Schwingungen von Heilzahlen beschäftige oder mir im Internet Satsangs anhöre oder eben einen Blog-Artikel, wie grade eben schreibe. Also ein klares Leben im Herz. Zugegeben ich habe das Glück, dass ich zum einen Venu an meiner Seite habe, die sich auch sehr dem spirituellen Weg verschrieben hat und diesen schon sehr viel länger geht als ich und die noch dazu auch hoch sensitiv ist (das auch seine Herausforderungen in der Beziehung mit sich bringt, doch nur an Herausforderungen kann man wachsen – auch ein schöner Glaubenssatz). Sie ist für mich über die Jahre zum „Lebensmeister“ geworden, die mir ständig neue Inputs bringt, die meinen spirituellen Horizont erweitert und mir ständig einen Spiegel (das ist natürlich symbolisch gemeint J) vorhält und mir vor allem Offenheit und Ehrlichkeit vorlebt – Danke dafür, liebe Venu. Und zum zweiten habe ich auch meine spirituelle „Leererin“ gefunden, die mich frei von Konzepten und Vorstellungen werden lässt.

Wenn man sich das so von außen ansieht, diese 2 Welten, die wie Tag und Nacht erscheinen, denkt sich der eine oder andere jetzt vielleicht: „Oh Gott, …“. Doch wir leben nun mal in der Polarität, in der Dualität als Person. Und schon der Begriff „Person“ leitet sich ja vom lateinischen Persona ab, das soviel wie die „Maske des Schauspielers“ bedeutet. Und das trifft es für mich haargenau. Wenn mich einer fragt, was machst du beruflich, müsste ich fairerweise sagen: „Ich bin Schauspieler“. Ich spiele die Rollen in meinem Leben. Aber zurück zum eigentlichen Thema.

Ich habe im Laufe der Jahre gelernt, dass sehr gut zu managen (ein Begriff aus meiner Berufswelt). Zugegeben anfangs hatte ich auch so meine Probleme damit und dachte, damit werde ich nie klar kommen, ich kam mir zum Teil richtig schizophren vor und dachte mir das kann ich niemals trennen, bis ich merkte das muss ich gar nicht. Also versuchte ich schön vorsichtig meine spirituellen Erkenntnisse in den Berufsalltag einzubauen. Das begann bei Dingen die zunächst keiner bemerkte, zum Beispiel das Beobachten meiner Selbst, oder das bewusste Wahrnehmen von Energieschwingungen in Räumen oder zwischen 2 oder mehreren Personen bei Besprechungen, bis ich dann den Schritt wagte, Dinge bewusst in meine Arbeitsweisen einzubauen und spirituelle Beispiele erläuterte. Die Reaktionen darauf waren für mich sehr erstaunlich. Wenn ich diese Themen in einer größeren Runde oder sogar in Besprechungspräsentationen einbaute war die Resonanz der Gruppe eher schweigende Zurückhaltung, doch im Nachhinein kamen die Teilnehmer einzeln auf mich zu, um über die Themen zu sprechen. Da war mir klar, dass in der Gruppe zunächst bei ihnen die Angst vorherrschte sich zu blamieren und sie sich nur im Einzelgespräch wagten über diesen „gesetzten Samen“ zu sprechen. Denn über solche Themen sprichst du in Businesskreisen nur mit sehr vertrauten Personen (sprich vertrauten Schauspielern).

Ich habe aber auch gegenteilige Erfahrungen gemacht, wo mir diese spirituelle Offenheit zum Verhängnis wurde (zumindest aus damaliger Sicht, heute weiß ich ja dass nichts im Leben umsonst ist). So hatte ich beispielsweise mal in einem sehr aussichtsreichen Bewerbungsgespräch auch über meine spirituellen Vorlieben gesprochen, was beim Gegenüber sicher Angst und Unsicherheit auslöste und dadurch eine Ablehnung mir gegenüber aufbaute. Das war‘s dann mit diesem Jobangebot auch gewesen. Aber ich dachte mir damals, sei einfach offen und stehe zu dem was du tust. Zugegeben, diese Erfahrung hat bei mir Zweifel ausgelöst, ob das immer so richtig ist offen zu sein. Damals war ich mir eben nicht so sicher, heute weiß ich dass es auch damals genau richtig war. Ich passte wahrscheinlich nicht in dieses Unternehmen oder wer weiß schon welcher Grund sonst noch dagegen sprach. Wir wissen natürlich WER das weiß, das LEBEN natürlich, das LEBEN weiß immer was richtig ist, sonst wäre es nicht so.

Und ob man will oder nicht (zumindest ich), aus Erfahrung wird man klug und ich wähle zumindest die Zeitpunkte meiner spirituellen Offenbarungen nun bewusster, speziell da ich in den letzten Jahren mehrere Jobwechsel vornahm (gewollte und ungewollte).

Auf jeden Fall möchte ich Dich dazu ermutigen, falls du auch in so 2 Welten lebst wie ich, diese nicht zu trennen, sondern zu verbinden. Ich habe zumindest gemerkt, dass es nur immer die Konzepte meines Verstandes waren, die mich von der Verbindung abhielten und in die Trennung schickten: „Das kann man hier nicht machen; Das gehört hier nicht her; Das versteht hier sowieso niemand; u.s.w.“ Doch du wirst dich wundern wie viele auch auf dem spirituellen Weg, oder nenne es Selbstfindungs-Trip sind und die dankbar für deine Offenheit sind, weil sie sich auch im Berufsleben darüber austauschen können und vor allem merken „Ich bin nicht allein, sondern wir sind all-ein“. Für mich ist es zumindest klar. Ich spreche bei solchen spirituellen Themen immer mit dem SEIN des Gegenüber und nicht mit seinem Verstand. Also von SEIN zu SEIN. Diese Unterhaltung bewegt sich dann jenseits des Verstandes. Und wenn dein Gegenüber offen für das LEBEN ist wird er oder sie wieder auf dich zukommen, da nun eine Verbindung zwischen euch besteht und keine Trennung mehr. Eure „Beziehung“ (und wir haben mit jedem, mit dem wir interagieren eine Beziehung) ist nun von friedvoller Essenz erfüllt.

 

Falls du auch Erfahrungen ähnlicher oder auch ganz anderer Art zu diesem Thema gemacht hast würde es mich freuen, wenn du sie mit mir teilst.  

 

Namsate

Anutosho

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