Bist du ein JA-Sager?

Auf die Frage „bist du ein JA-Sager“ würden die meisten von Euch wahrscheinlich spontan antworten: Natürlich nicht, ich sag doch nicht zu allem „Ja und Amen“. Doch es ist wahrscheinlich Wert das einmal etwas genauer zu erforschen. Sagst du wirklich zu jedem ausgesprochenen JA auch innerlich JA?

Wir kennen das doch alle. Wir werden um etwas gebeten und noch bevor wir uns versehen haben wir schon JA gesagt. Einmal gesagt, ist es schwer das zu revidieren.

Wir führen dann oft einen inneren Monolog wie: „Warum hab ich da nur wieder zugesagt“ oder „Das hatte ich wieder notwendig, dass ich da Ja gesagt habe“. Wir ärgern uns dann über uns selbst. Aber warum? - Weil wir nicht ehrlich zu uns waren. Und wenn wir nicht ehrlich zu uns selbst sein können, zu wem sollten wir dann ehrlich sein können. Wenn das bei uns innerlich schon nicht funktioniert, dann kann es im Außen schon gar nicht funktionieren. Und diese Unehrlichkeit in uns selbst lässt uns ständig Dinge tun die uns eigentlich nicht entsprechen, nur weil es die Gesellschaft so erwartet, damit wir gut dastehen, damit wir nicht „negativ“ auffallen, damit wir dazu passen, damit man uns mag, uns liebt, uns anerkennt, u.s.w.

Und dann kommt noch dazu, wenn ich NEIN sage, dann verletze ich doch den anderen, dann enttäusche ich ihn oder sie. Und da wir niemanden enttäuschen wollen, täuschen wir lieber länger vor. Denn die Enttäuschung wäre ja das Ende der Täuschung. Und bevor wir jemand anderen verletzen, verletzen wir lieber uns selbst. Wobei die Verletzung des anderen nur eine Annahme von uns ist, denn wissen können wir es nicht, wir haben es ja noch nicht einmal ausprobiert. Vielleicht ist der andere ja dankbar für unsere Ehrlichkeit. Er oder Sie kann sich dann darauf verlassen, dass wir es ehrlich meinen wenn wir JA oder NEIN sagen. Und ein NEIN betrifft ja nur die gestellte Frage, nicht unsere Beziehung zum Fragenden.

Natürlich bietet es sich an, wenn man NEIN sagt dazu zu ergänzen warum man NEIN sagt. Doch auch dabei sollte man möglichst bei sich selbst bleiben. Warum sage ICH nein. Die Begründung sollte genauso ehrlich wie das NEIN und nicht eine erfundene Ausrede sein, denn sonst hat dich das kein Stück näher zu dir selbst gebracht, und ist es nicht das worum es geht im Leben: Zu sich selbst zu finden, zum eigentlichen SEIN zu finden. Doch wie sollen wir das finden, wenn wir es nicht einmal schaffen bei einem einfachen JA oder NEIN ehrlich zu uns selbst zu sein.

Mir selbst fällt es natürlich auch nicht immer leicht ein ehrliches NEIN zu sagen, nicht dass du etwa glaubst ich hätte das schon voll heraus, aber ich versuche zumindest mir jede Unehrlichkeit bewusst zu machen und was erst mal im Bewusstsein ist, kann auch angeschaut werden. Ich kann Dich nur ermutigen es auszuprobieren und die Erfahrung zu machen was passiert, wenn du das nächste Mal ehrlich JA oder NEIN sagst und auch eine ehrliche Begründung dazu abgibst. Probier‘ es erst mal bei nicht ganz so wichtigen Dingen aus. Du wirst überrascht sein, wie anders die Reaktionen im Außen und in deinem Inneren sein werden als du erwartet hast. Im Außen wird das nie so schlimm kommen als man es sich dachte und im Inneren macht sich ein Gefühl der Befreiung breit. Und du hast auch noch dazu die Erfahrung gemacht, die dich für das nächste Mal sicherer sein lässt.

 

Und glaube mir in der Gesellschaft werden die NEIN-Sager weit mehr geschätzt als die JA-Sager, denn bei den NEIN-Sagern weiß man, dass ein JA ehrlich ist. Und Ehrlichkeit entspricht dem Leben, entspricht dem SEIN, Ehrlichkeit verbindet. Und im Sinne des Resonanzgesetzes wirst du auch erleben, dass mit vermehrter Ehrlichkeit zu dir selbst sich auch vermehrte Ehrlichkeit im Außen, in deinem Umfeld breit macht. Du wirst dich damit mehr verbunden fühlen, mehr in der Einheit fühlen, mehr zuhause fühlen, mehr im inneren Frieden fühlen.

 

Namaste

Anutosho

Kommentar schreiben

Kommentare: 0